Bilanzpressekonferenz

Kräftiges Wachstum mit stabiler Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2019 war gekennzeichnet durch ein kräftiges Wachstum bei erfreulich stabiler Ertragslage. Bemerkenswerter Weise zieht sich das Wachstum durch alle Kundenbereiche, seien es Kundeneinlagen, Vermittlungsgeschäft oder Kreditgeschäft. Die Basis dafür wird gelegt in der Steigerung der Kundenanzahl und der Mitgliederanzahl. Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Arbeitseinsatz und ihre Verbundenheit zum Unternehmen.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Obwohl sich mit den traditionellen Bankprodukten kein Zinsertrag mehr erwirtschaften lässt, tragen die Kunden ungebrochen ihr Erspartes zur Raiffeisenbank. 2019 waren es weitere 31,6 Mio. EUR (+7 ,2 %). Über die letzten fünf Jahre ist der Bestand gar um 99 Mio. EUR (+ 27 %) gewachsen. Mehr als die Hälfte dieser Gelder stehen im Stand-by-Modus auf täglich verfügbar und warten sehnsüchtig auf höheres Zinsniveau. Das Warten wird noch lange Zeit vergebens bleiben.

Deswegen kommen wir um das Thema Negativzinsen nicht umhin. Die rigide Zinspolitik der EZB erlegt uns Strafzinsen auf. Ab gewissen Größenordnungen können wir gar nicht anders, als diese an unsere Kunden weiter zu geben. Als Orientierungslinie gilt ein Freibetrag von 500.000 EUR. Dieser kann sich durchaus nach oben anpassen, bei ausgeprägter Geschäftsverbindung, insbesondere im Kredit- oder Vermittlungsgeschäft. Oder auch geringer ausfallen, wenn Neukunden nur Geld zu uns verlagern mögen.

Umso mehr gilt das Bestreben dahin, alternative Anlageformen mit ausgewogenen Chancen-/Risikoverhältnis aufzuzeigen. Die Kunden folgen dem gerne und investierten 29,4 Mio. EUR (+ 10,3 %) in Aktien, Zertifikate, Fonds und weitere Anlageprodukte. Dies fruchtet immer mehr. 2018 waren es erst + 6 Mio. EUR gewesen.

Über alle Anlageklassen hinweg beträgt die Summe aller neu uns anvertrauten Gelder 61,4 Mio. EUR (+ 8,5 %).

Auf der Kreditseite zeigen sich noch höhere Wachstumsraten. Die Neuausreichungen summieren sich auf 78,5 Mio. EUR (+ 12,9 %). Der größte Teil davon, 56 Mio. EUR, gingen in die Finanzierung von Wohnraum. Mehrgeschoss-Wohnungsbau und Kauf bestehender Objekte sind die Favoriten, gefolgt von Modernisierung und Sanierung. Verhalten dagegen die Nachfrage von Unternehmen. Die Betriebe halten sich zurück bei größeren Anschaffungen und Erweiterungen. Teilweise wird auf Outsourcing oder Fremdeinkauf ausgewichen. In der Baufinanzierung bedienen sich immer mehr Kunden des Zugangs über Plattformen oder Vermittler. Dem wurde durch entsprechende Schnittstellen zu unseren IT-Systemen Rechnung getragen. Rund 20 % der Finanzierungen erreichen uns über diesen Weg. Tendenz steigend.

In der Addition aller Assets, Einlagen, Kredite, Vermittlung, errechnet sich ein Gesamtvolumen in Höhe von 1,2 Mrd. EUR. Das sind 99 Mio. EUR mehr als im Vorjahr (+ 8,1 %).

All diese Kennziffern münden ein in ein erfreulich stabiles Betriebsergebnis. Mit 6,2 Mio. EUR liegt der Wert um 5,5 % über dem des Vorjahres. Dies ist in Anbetracht des Niedrigzinsumfeldes sehr respektabel. In Relation zur Bilanzsumme errechnet sich ein Koeffizient von 1,09 %. Damit belegt die Bank wiederum einen Spitzenplatz unter den bayerischen Volksbanken Raiffeisenbanken. Zusätzlich stehen deutliche Gewinne in den bankeigenen Wertpapieranlagen zu Buche. Aus beidem, Betriebsergebnis und Wertpapiere erwächst eine überdurchschnittlich gute Dotierung des Eigenkapitals. Hinsichtlich der Erfüllung der bankaufsichtsrechtlichen Normen an das Eigenkapital steht die Bank sehr gut da. Den geforderten 9,62 % stehen tatsächliche 14,1 % gegenüber. Damit sind ausreichend Reserven vorhanden, um die Kreditnehmer bei Ihren Investitionen ohne Einschränkung begleiten zu können. Auch bei der Dividende können wir das attraktive Niveau beibehalten. Der Vertreterversammlung werden wir die Ausschüttung von wiederum 4 % empfehlen. Auch unsere Kommunen werden sich freuen. Von den abzuführenden Ertragssteuern in Höhe von 2,2 Mio. EUR fließt 1 Mio. EUR an die fünf Gemeinden in unserem Geschäftsgebiet.

Bei der Anzahl der Kunden stehen wir knapp vor der 23.000er-Grenze. 495 Frauen, Männer, Kinder wurden durch Zeichnung eines Geschäftsanteils zu neuen Eigentümern. Damit nähern wir uns der selbst gesteckten Zielmarke, zwei von drei Kunden mögen auch Eigentümer der Bank sein. Die Anzahl der Beschäftigten blieb mit 95 nahezu konstant. Die Ausbildungsquote mit 7 Auszubildenden hätten wir gerne erhöht. Spenden erreichen einen neuen Höchstwert mit 66.000 EUR. Investitionen in leistungsfähigere IT, Gebäudeerhalt und vor allem der Neubau in Altdorf, Bahnhofstraße summieren sich auf über 3,6 Mio. EUR. Alles Aufträge für unsere heimische Wirtschaft.

Die zunehmende Digitalisierung in vielen Bereichen des täglichen Lebens bringt auch Veränderungen im Verhalten der Kunden gegenüber ihrer Bank mit sich. Die Geschäftsstelle ist nicht mehr der favorisierte Zugangsweg, wenn es um Standardleistungen geht. App, PC und Telefon lösen hier die Geschäftsstelle ab. Wir spüren dies am deutlichen Rückgang der Frequenz. Dazu trägt wesentlich bei die auf 57 % gestiegene Quote der onlinegeführten Kontokorrentkonten. Elektronisch ausgeführte Zahlungsaufträge bewegen sich Richtung 90 %-Marke.

Ausblick:

Es gilt weiterhin mit qualifizierter genossenschaftlicher Beratung zu überzeugen. Im Mittelpunkt steht der Kunde mit seinen Zielen und Wünschen. Dies wird auch 2020 unsere Strategie bleiben. Beratungszeiten von 07:00 bis 20:00 Uhr, wenn es sein muss auch samstags, bieten dem Kunden ein Höchstmaß an Flexibilität. Im Privatkundengeschäft liegt der Focus auf Alternativlösungen für die zinslose Bankeinlage. Mindestrenditeziel ist der Ausgleich der Inflationsrate. Im Firmengeschäft und der Baufinanzierung bleiben wir der zuverlässige, kalkulierbare, langfristig ausgerichtete Geschäftspartner. Einbußen werden wir erleiden im Betriebsergebnis. Trotz aller Anstrengungen lassen sich die Auswirkungen der EZB-Negativzinspolitik nicht kompensieren. Davon lassen wir uns jedoch nicht entmutigen. Vielmehr sind sie uns Ansporn, mit verstärkten Anstrengungen dies zu kompensieren. Insofern sind wir mit einer gesunden Portion Optimismus in die neue Dekade gestartet. Die ersten Hochrechnungen bestätigen uns darin.

Quelle:

Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG, März 2020

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