10 000 Euro für Ehrenamts-Projekte im Raiba-Land

Förderpreis-Aktion des Geldinstituts: Zehn Gewinner freuen sich über finanzielle Unterstützung

Altdorf

Bereits zum dritten Mal wurde der Förderpreis der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht am Mittwoch vergeben. Und auch dieses Mal konnte die Gesamtsumme, die an insgesamt zehn förderwürdige Projekte ausgeteilt wurde, deutlich nach oben korrigiert werden: Waren es bei der ersten Auslobung im Jahr 2014 5 000 Euro, bei der zweiten im Jahr 2016  7 500 Euro, so standen dieses Jahr runde 10 000 Euro zur Verfügung, die Kunden des Geldinstituts per Voting für eines der insgesamt 23 eingereichten Vorhaben verteilen durften. Auf dem Gewinner-Treppchen mit den meisten abgegebenen Stimmen stand wie im vorigen Jahr wieder die Christus-Gemeinde Altdorf, die sich über 3 500 Euro freute.

In seiner Begrüßung erläuterteVorstandsvorsitzender Manfred Göhring kurz Motivation und Spielregeln für diesen Wettbewerb, der aus einer „demokratischen Ur-Idee“ entstanden sei. Zwei markante Sätze des Sozialreformers und Namengebers des Geldinstituts, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, hätten bei dieser Initiative eine Rolle gespielt. Der hatte die „Hilfe zur Selbsthilfe“ propagiert und festgestellt: „Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“. Ganz in diesem Sinn wolle man durch die zur Verfügung gestellten Gelder Vorhaben unterstützen, bei denen sich Ehrenamtliche gemeinsam in den Dienst einer guten Sache stellen, und die auch - hier schlug Göhring den Bogen zum Unternehmen Raiba - Mitglieder der Genossenschaftsbank sind. Die waren quasi als Paten aufgefordert, sinnvolle Projekte einzureichen, für die schriftlich oder im Internet gestimmt werden konnte. 23 Vorschläge kamen beim Institut an, die zehn mit den meisten Stimmen wurden mit einem warmen Regen bedacht, wobei die letzten sieben jeweils 500 Euro erhielten, das Projekt mit den drittmeisten Stimmen 1 000 Euro, das zweitplatzierte 2 000 Euro und der Stimmenkönig 3 500 Euro.

Dass am Ende des Jahres noch ein solch ordentliches Budget zu verteilen war, freute nicht nur Göhring, der dies auch auf das seriöse Geschäftsgebaren seines Hauses zurückführte. Nachdem 2014 sich 4 200 Mitglieder an der Stimmenvergabe beteiligt hatten, 2016 die Zahl der  abgegebenen Votings aber auf 3 600 gesunken war, konnte man in diesem Jahr wieder einen Anstieg auf 5 800 verzeichnen, was der Vorstandsvorsitzende als „Bestätigung, dass wir hier richtig liegen“, deutete. Raiba-Marketingleiter Marco Weishäupl moderierte die Preisvergabe,bei der man sich vom zehnten Platz auf den ersten nach vorne arbeitete.Die Raiba-Mitglieder, die diejeweiligen Projekte vorgeschlagen hatten, stellten diese kurz vor und erläuterten auch, warum sie sich gerade für diese gute Sache stark machen.

Auf Platz zehn landete die Altdorfer Theatergruppe des Wallenstein-Festspielvereins „Die Wespen“ mit dem Projekt „Licht an“, bei dem es um die Anschaffung neuer Beleuchtungstechnik für die Aufführungen geht. 216 Unterstützer gab es für sie.

Auf Platz neun landete das Blasorchester Markt Feucht, das sich für die seine jüngsten Mitglieder Vereinswesten mit Abzeichen wünscht, wofür sich 249 Mitglieder einsetzten.

Platz acht ging an das Tierheim Feucht, das einen teuren Gartenzaun für einen Auslauf für Tierheimkatzen anschaffen möchte und dafür 255 Stimmen erhielt.

295 Voten gab es für den MGV Gersdorf, der im Herbst den Kinderchor HollaHopsasa gründeteund für seine 27 jungen Mitglieder T-Shirts und Instrumente kaufenmöchte.

Den sechsten Platz belegte die Katholische Öffentliche Bücherei Heilig Geist in Fischbach mit 302 Befürwortern. Die 500 Euro sollen für das Bücherquiz-Projekt der Bibliothek verwendet werden, bei dem Schüler ein Quiz entwerfen und nun neues Lesefutter brauchen.

Der TSV Fischbach wünscht sich einen neuen Bodenbelag für seine Gymnastikhalle, die sieben Tage die Woche genutzt wird.

Die letzten 500 Euro für den vierten Platz kassierte der TV Altdorf für seine „Kampfkatzen“. 432 Raiba-Mitglieder machten sich dafür stark, dass die Nachwuchsabteilung der Kickboxer unter anderem weitere Trainingsmaterialien erhält.

Auf den dritten Platz wurde mit 775 Stimmen das Evangelisch-Integrative Haus für Kinder gewählt, das sich ein kleines Haus für Schätze aus der Natur wünscht. Kinder, die viel im Freien sind, bringen immer wieder Fundstücke von ihren Ausflügen mit. Damit diese einen festen Platz erhalten und mit ihnen weiter gearbeitet werden kann, wollen die Erzieher eine Hütte anschaffen, die 1000 Euro Preisgeld können sie dafür gut gebrauchen.

838 Unterstützer fanden sich für ein Projekt des TSV Feucht, der einen öffentlich zugänglichen Defibrillator bekommen möchte. Auslöser war die Herzattacke eines Trainers. Der konnte zwar gerettet werden, aber ein Defi-Gerät hätte das viel einfacher gemacht. Durch den Förderpreis können nun 2 000 Euro für die Anschaffung beigesteuert werden.

Erster Sieger wurde wie auch im vergangenen Jahr die Christus-Gemeinde Altdorf, die 958 Stimmen und damit den Hauptpreis von 3 500 Euro bekam. Unter ihrem bekannten Motto „Wir lieben diese Stadt!“ haben sich deren Ehrenamtliche zum Ziel gesetzt, mit der Geldspritze Kinder zu stärken, Jugendliche zu fördern und Familien zu unterstützen. Altersgerechte Angebote und neues Mobiliar stehen unter anderem auf der Wunschliste der Gemeindemitglieder.

Mit einem vorweihnachtlichen gemütlichen Zusammensein und dem Versprechen, spätestens 2019 den Förderpreis wieder auszuloben, endete die Verleihung im Saal der Altdorfer Bank.  

Quelle:

Der Bote, Dezember 2017

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