Klares Bekenntnis zum bestehenden Geschäftsstellennetz

Vorstand der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht spricht bei Vorstellung der Bilanz 2016 insgesamt von „gutem Geschäftsjahr“

Feucht

Einlagen, Kredite, Vorsorge, Eigenkapital, Kunden, Digitalisierung, Leistung – in all diesen Bereichen hat die Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG 2016 zugelegt und damit jeweils „mehr“ generiert. Nur bei einem Punkt mussten bei der Bilanzpressekonferenz Vorstandsvorsitzender Manfred Göhring und sein Vorstandskollege Walter Engelhardt ein „weniger“ vermelden: beim Gewinn. Manfred Göhring: „Die erfreulichen Wachstumskennziffern (siehe Kasten „Zahlen im Überblick“) setzen sich leider nicht 1:1 auf der Ertragsseite fort. Das niedrige Zinsniveau und die Kosten der Regulatorik hinterlassen deutliche Spuren.“

Trotz guter Steigerungsraten im Kreditgeschäft habe sich die Zinsspanne um 0,8 Millionen Euro reduziert. Dies lasse sich weder durch eine Steigerung der Provisionseinnahmen (+ 0,3 Millionen Euro) noch durch ein straffes Kostenmanagement kompensieren. Dadurch bleibe das Gesamtbetriebsergebnis unter Druck und reduziere sich auf 1,34 Prozent. Die Tendenz der Verschlechterung der Betriebsergebnisse werde sich auch in den nächsten Jahre fortsetzen. Allein die durch überbordende Regulatorik verursachten Kosten würden sich bisher auf 0,5 Millionen Euro im Jahr summieren.

Insgesamt gesehen aber war das Jahr 2016 für die Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG wieder ein gutes Geschäftsjahr. Göhring: „Danke dafür unseren Kunden und Mitgliedern, danke dafür unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Den Platz in der Spitzengruppe der bayerischen Volksbanken Raiffeisenbanken habe die Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG verteidigt.

Der Vorstandsvorsitzende machte deutlich, dass die Anlageentscheidungen der Kunden in Richtung Fonds, Zertifikate, Wertpapiere gehen, nachdem sichere Bankprodukte keinen Zins mehr bieten können. Dort wo es passt, werde auch in Immobilien investiert. Manche Kunden wären noch etwas zögerlich, andere dagegen schon überzeugt, dass das Warten auf höhere Zinsen nicht mehr lohnt.

Zweistellige Zuwachsraten bei Umschichtungen von Geldanlagen in Wertpapiere (+ 15 Prozent) und Fonds (+14 Prozent) wären Ausdruck dessen, dass die Kunden den Empfehlungen ihrer Berater folgen. Insgesamt schichteten die Kunden 17 Millionen Euro aus der Nullzinsposition in Produkte mit besseren Perspektiven um. Und trotz dieser Umschichtungen würden die Einlagen weiter sprudeln. 20 Millionen zusätzliches Vermögen vertrauen die Kunden der Bank an.

Breite Streuung

Damit wuchs der Gesamtbestand auf 393 Millionen Euro (+ 5,5 Prozent). Erfreulich dabei sei die breite Streuung der Beträge. Großbeträge von bisherigen Nichtkunden lehne man ab, wenn es die einzige Form der Zusammenarbeit bleiben sollte. „Eine schmerzliche Aussage“, bedauert Göhring, „aber angesichts der Minuszins-Politik der EZB leider unumgänglich.“ Die zinslose Zeit dauere an und zwischenzeitlich verharre über die Hälfte der Kundengelder auf unverzinsten Konten.

Göhring und Engelhardt berichteten davon, dass die Berater begeistert sind, wie das Konzept Genossenschaftliche Beratung „einschlägt“. Erklärtes Ziel sei dabei der ganzheitliche Beratungsansatz.

Dafür nehme sich der Berater mindestens, mit Vor- und Nachbereitung, zweieinhalb Stunden Zeit für jeden einzelnen Kunden. Grundlage sei die tiefschürfende Analyse des Status Quo, der Ziele und Wünsche, abgestellt auf die ganz individuelle Situation des Kunden in seiner jetzigen Lebensphase. Zur Erreichung der Ziele und Wünsche wähle der Kunde zusammen mit seinem Berater die ihm bei der Erfüllung seiner Ziele und Wünsche unterstützenden Produkte aus.

Mehr Digitalisierung

Die Digitalisierung 4.0 sei im Finanzdienstleistungssektor deutlich spürbar. Investitionen in dieses Segment würden auf Hochtouren laufen. Banking-App, Secure Go, VR Net Key wären nicht nur von jugendlichen Kunden eingesetzte elektronische Leistungsträger. Zunehmend werden sie zum Begleiter aller Kunden.

Mit Hochdruck arbeitet man in der genossenschaftlichen Finanzgruppe, und damit auch im Hause Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG, an dem Leuchtturm-Projekt „Kundenfokus 2020“.

Spätestens zum 1. Januar 2020 werde es eine Perfektion in der Verzahnung der Vertriebskanäle geben. Für den Kunden werde ein herausragendes Omnikanal­Erlebnis geschaffen. Inhalt ist ein prozess- und datenseitig vernetztes Portal mit freier Vertriebskanalwahl und -nutzung. Medienbrüche gehören damit der Vergangenheit an. Der Vorstand ist sich sicher, dass dieses System eines der führenden Kommunikationssysteme in der Bankenbranche wird.

Weil sich die Raiffeisenbank als Filialbank mit Spezialwissen sieht, gab es im Rahmen der Bilanzpressekonferenz seitens der Vorstände ein klares Bekenntnis zu den Standorten.

„Gerade weil sich mancherorts Mitbewerber zurückziehen oder ihre Präsenzzeiten verkürzen, will die Raiffeisenbank zeigen, dass es auch anders geht“, betonen Manfred Göhring und Walter Engelhardt übereinstimmend. Spannend bleibe, in welchem Umfang sich Nichtkunden von diesem breiten Leistungsangebot überzeugen lassen.

Trotz dieses Bekenntnis ist man im Hause Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG gleichermaßen realistisch. Bisher sei es gut gelungen, das Abschmelzen der Zinsspanne durch Volumensteigerung, Erhöhung der Provisionseinnahmen, Optimierung der Prozesse und Nutzung der Fluktuation zu kompensieren bzw. den Rückgang der Erträge zu verlangsamen. Wenn sich jedoch EZB, EBA oder Bankenaufsicht in den Anforderungen an dezentrale Bankengruppen gegenseitig überbieten, werde dies zwangsläufig zu höheren Kosten führen.

Und wenn sich diese nicht mehr durch Steigerung der Einnahmen ausgleichen lassen, zwinge man Banken wie eine Raiffeisenbank geradezu zu Ausgleichsmaßnahmen auf anderer Seite. Konkret bedeute dies Reduzierung von Standorten und Personal.

Diesem Schicksal, so Göhring, werde sich die Raiffeisenbank aber nicht kampflos ergeben.

Eine dieser Gegenmaßnahmen ist die angestrebte Fusion mit der Raiffeisenbank Roth­Schwabach („Der Bote“ berichtete). Skaleneffekte würden die Kostenseite entlasten. „Wenn zwei wirtschaftlich starke, in der Marktbearbeitung erfolgreiche Banken eine gemeinsame Zukunft anstreben, ergeben sich Synergieeffekte, welche es ermöglichen, am Geschäftsstellennetz festzuhalten“, erklärt Manfred Göhring.

Fusionsgespräche vielversprechend

Die bisherigen Sondierungsgespräche und ersten Überlegungen hinsichtlich Organigramm, Raumkonzept, Bankname etc. würden sehr vielversprechend verlaufen.

In den anstehenden Mitgliederinformationsveranstaltungen werde man darüber detailliert berichten. Nach wie vor gelte die Aussage, dass wegen einer Fusion keine Geschäftsstelle geschlossen wird und niemand seinen Arbeitsplatz verliert.

Weil man die Mitarbeiter in die Prozesse mit eingebunden habe, stehen sie der Fusion offen gegenüber. Damit werde die Zukunftsfähigkeit eindeutig gestärkt.       

Mehr Kunden

2016 kamen 1059 neue Kunden zur Bank. Damit stieg die Gesamtzahl auf 22.782. Guten Zuspruch erfreut sich nach wie vor die Mitgliedschaft. 480 Kunden wurden zu neuen Miteigentümern. Erklärtes Ziel ist es, in diesem Jahr das 11.000ste Mitglied zu begrüßen.

Der Anteil der Online geführten Konten habe mit 51,8 Prozent die magische 50-Prozent-Grenze überschritten.

45.000 Euro verteilte die Bank an Spenden

Mehr Kredite

Im Kreditgeschäft zeigt sich seit Jahren ein gutes, stabiles, über dem Durchschnitt liegendes Niveau. So auch im Geschäftsjahr 2016. Der Kreditbestand wuchs auf 334 Millionen Euro (+ 5,5 Prozent). Die Neuausreichungen betragen 73 Millionen Euro. Über 3/4 aller Neuausreichungen fließt in Immobilien.

Firmenkredite sind schon seit Jahren gering nachgefragt. Einerseits ist die Investitionsneigung verhalten, andererseits sind die Firmen mit Liquidität gut ausgestattet. Die stabile Ertragslage und das weitsichtige Liquiditätsmanagement versetzen die Unternehmen in eine günstige Ausgangsposition.

Beweis dafür liefern die um 22 Prozent angestiegenen Guthaben der gewerblichen Kunden.

Mehr Vorsorge

Mit besonderer Freude registriert die Bank ein leicht steigendes Interesse an der betrieblichen Altersvorsorge. Diese Sparte führte in den zurückliegenden Jahren wirklich ein Kümmerdasein. Auf große Nachfrage stößt bei Arbeitgebern ein Produkt zur Steigerung der Attraktivität bei Arbeitnehmern, die betriebliche Krankenversicherung.

Weitsichtig verhält sich derjenige, der sich das heutige Zinsniveau für etwaige spätere Finanzierungsbedarfe durch einen Bausparvertrag sichert. Die Bestände hier wuchsen um 4,7 Prozent.

Mehr Eigenkapital

Die letzten Jahre, so auch 2016, sind Jahre mit geringen Kreditrisiken. Die gute konjunkturelle Lage, die gute Eigenkapitalausstattung der Unternehmen sorgen für Stabilität und für eine niedrigste Zahl an lnsolvenzen. Dies entlastet die Risikovorsorge. Daraus resultiert eine wiederum kräftige Stärkung der Eigenmittel. Das Eigenkapital wird künftig zur bestimmenden Größe der Leistungsfähigkeit einer Bank in der gesamten Risikopolitik.

Hier hat sich die Raiffeisenbank eine starke Ausgangsposition erarbeitet. Bei der Kernkapitalquote stehen den geforderten 6,6 Prozent reale 14,2 Prozent  gegenüber. Bei der Gesamtkapitalquote nach CRR den geforderten 8,6 Prozent reale 17 Prozent.       

 

 

 

Die Zahlen im Überblick

  2016 2015
Kunden 22.782 22.697
Mitglieder 10.619 10.359
Kredite           335 Mio Eruro
317 Mio Euro
Kundengelder 393 Mio Euro
373 Mio Euro
betreutes Volumen
1.056 Mio Euro 1.007 Mio Euro
Mitarbeiter 97 102
davon Auszubildende
10 9
Geschäftsstellen 8 8
Betriebsergebnis 6,3 Mio Euro
6,5 Mio Euro
Steuerzahlungen 1.652 T Euro 1.618 T Euro
davon Gewerbesteuer 742 T Euro 709 T Euro
     
Vorstandsvorsitzender Manfred Göhring (links) und Vorstandsmitglied Walter Engelhardt präsentieren bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2016 das Projekt „Kundenfokus 2020“, bei dem es um eine Perfektion in der Verzahnung der Vertriebskanäle geht.

Quelle:

Der Bote, Februar 2017

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