„Offenheit, Transparenz und Vertrauen“

Aufsichtsrat der Raiffeisenbank fungiert gleichzeitig als Überwachungsorgan, Mittler und Brücke

Altdorf/Feucht

Die öffentliche, oftmals sehr kritische Diskussion über die Rolle der Aufsichtsräte vor allem bei großen Unternehmenskrisen wird zwar weitgehend von den Vorgängen bei großen Aktiengesellschaften beherrscht, aber auch bei den Genossenschaften haben Aufsichtsräte eine große Bedeutung. 8000 Genossenschaften mit insgesamt rund 20 Millionen Mitgliedern und ca. 520.000 Mitarbeitern sind in den Branchen und Sektoren, in denen sie überwiegend tätig sind, bedeutende Wirtschaftsfaktoren. Ihr wirtschaftlicher Erfolg wird von der Art und Weise, wie die Aufsichtsräte ihre Aufgaben verstehen und tatsächlich wahrnehmen, maßgeblich mitbestimmt.

Im Genossenschaftsgesetz und in der „Satzung für Volksbanken und Raiffeisenbanken“ ist die Rolle des Aufsichtsrates, der zudem eine eigene Geschäftsordnung hat, klar definiert. „Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei seiner Geschäftsführung zu überwachen (§ 38 Abs.1 GenG). Außerdem obliegt ihm die Mitwirkung bei entscheidenden – in der Satzung festgelegten – zustimmungspflichtigen Angelegenheiten. Schließlich beruft er die (hauptamtlichen) Vorstandsmitglieder und ist deren Vertragspartner beim Abschluss von Dienst-, Pensions- und sonstigen Verträgen.“ Insoweit gibt es also kaum Unterschiede zwischen dem Aufsichtsrat einer eG und einer AG. Bei den Genossenschaften kommen noch weitere, rechtsformspezifische Aspekte dazu. Hier fungiert der ehrenamtlich tätige Aufsichtsrat, der von den Mitgliedern in der Vertreterversammlung aus den eigenen Reihen gewählt wird, als Brücke und Mittler zwischen den Einzelmitgliedern mit ihren individuellen Vorstellungen und Wünschen einerseits und dem nach betriebswirtschaftlichen Kriterien geführten und fast immer in einem harten Konkurrenzkampf operierenden Unternehmen andererseits. „Der Aufsichtsrat ist Ansprechpartner für das hauptamtliche Management und für die Mitglieder gleichermaßen“, heißt es in einem Leitfaden für die Praxis. „Er hat darauf zu achten, dass das Management die Mitgliederförderung und -orientierung als Grundauftrag jeder Genossenschaft nicht aus den Augen verliert, dass andererseits aber auch die Genossenschaft als eine auf Dauer angelegte Unternehmung erfolgreich arbeiten kann, dass sie lebens-, leistungs- und konkurrenzfähig bleibt.“

Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG praktizieren dies in vorbildlicher Weise, was erst kürzlich, als MdL a.D. Kurt Eckstein wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Gremium verabschiedet wurde, von allen Seiten gewürdigt wurde. Hier wird zwischen Vorstand und Aufsichtsrat eine Kultur gepflegt, die zum Wohle der Genossenschaft ist. Die Zusammenarbeit sei geprägt von Offenheit, Transparenz und Vertrauen. Und diese Grundzüge der Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat im Hause Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG hat Vorstandsvorsitzender Manfred Göhring schon wiederholt bei Seminaren in Grainau vor Aufsichtsräten anderer Genossenschaftsbanken als beispielhaft dargelegt. Das Genossenschaftsgesetz legt fest, dass der Aufsichtsrat den Vorstand bei dessen Geschäftsführung zu „überwachen“ hat. In dieser Funktion, so attestiert Göhring seinem Aufsichtsrat, nehmen die Mitglieder ihre Aufgabe sehr gewissenhaft und intensiv wahr, ohne die Rolle eines „Vorgesetzten“ einzunehmen. Im Sinne einer vertrauensvollen Zusammenarbeit sei es  selbstverständlich, dass der Vorstand den Aufsichtsrat bei der Erfüllung seiner Überwachungsaufgaben unterstütze und dem Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen die vorgesehenen Berichte, Nachweise und Auskünfte gibt. Im Hause Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG sei es gute Übung „eher mehr als zu wenig an Informationen an den Aufsichtsrat weiterzugeben.“ Deswegen tagen Vorstand und Aufsichtsrat auch gemeinsam. Dieses Zusammenwirken, so Göhring, sei eine der tragenden Säulen der Bank. Das aufrichtige Miteinander („ehrlich, menschlich und respektvoll“) unterstreicht auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Helmut Brunner, der in dieser Funktion seit 2001 tätig ist. Weitere Mitglieder des sechsköpfigen Gremiums sind Richard Buchner, Volker Deeg (neu), Erich Gottschalk, Uwe Güntner und Roland Linnert.

„Die Effizienz des Aufsichtsrates ist in hohem Maße abhängig von der Qualifikation der einzelnen Mitglieder und von der Ausgewogenheit seiner Zusammensetzung“, vermerkt der Leitfaden für die Praxis. Bei der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG ist dies gewährleistet. Man achtet bei der Zusammensetzung sowohl auf eine ausgewogene Vertretung der verschiedenen Berufsgruppen als auch auf die Berücksichtigung der verschiedenen Regionen des Geschäftsgebietes. In den Auswahlkriterien zu den Wahlvorschlägen an die Vertreterversammlung heißt es, dass Personen vorgeschlagen werden sollten, „die persönlich integer, absolut zuverlässig und unabhängig sind“, die erforderliche Zeit für die Ausübung des Ehrenamtes mitbringen und über einschlägige, fachliche Kenntnisse und betriebswirtschaftliche Erfahrungen verfügen.“ So gesehen, stellt der aktuelle Aufsichtsrat der Feuchter Bank eine gesunde Mischung dar, die allen Kriterien gerecht wird. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt und müssen sich dann erneut der Wahl stellen. Personen, die das 65. Lebensjahr erreicht haben, können nicht mehr gewählt werden.

Für den Anfang des Jahres ausgeschiedenen MdL a.D. Kurt Eckstein wurde Volker Deeg (Mitte) neu in den Aufsichtsrat gewählt. Die Zusammenarbeit zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand (Vorstandsvorsitzender Manfred Göhring, rechts, und Vorstandsmitglied Walter Engelhardt) ist von „Offenheit, Transparenz und Vertrauen“ geprägt. Foto: Lorenz Märtl

Walter Engelhardt (Vorstandsmitglied), Volker Deeg (Aufsichtsrat), Manfred Göhring (Vorstandsvorsitzender)

Quelle:

Bote September 2014

 

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