Getreidesilo weicht Wohnungen

Ab Montag werden Gebäude auf dem Raiffeisen-Areal in der Bahnhofstraße abgerissen

Altdorf

Auf dem Raiffeisen-Gelände an der Bahnhofstraße baut die Raiffeisenbank Altdorf-Feucht einen Gebäudekomplex mit 25 Mietwohnungen und 1 200 Quadratmetern Gewerbemietfläche. Am Montag beginnen die Arbeiten zum Abbruch der bestehenden Gebäude.

Die beiden Vorstandsvorsitzenden Manfred Göhring und Walter Engelhardt erläuterten vor Ort, dass die künftige Bebauung des Raiffeisenareals aus mehreren Bauwerken bestehen wird, die sich an der Umgebung orientieren. „Städtebaulich fügt sich das Ganze harmonisch in die Umgebung ein“, betont Göhring. Muss es auch, immerhin handelt es sich bei der Baumaßnahme auf der rund 4 000 Quadratmeter großen Fläche an der Bahnhofstraße um eins der größten Bauvorhaben der vergangenen Jahre in der Altdorfer Innenstadt.

Neueröffnung 2019

In dem zum Abbruch vorgesehenen Gebäude in der Bahnhofstraße sind das Backhaus Fuchs und die Metzgerei Nießlbeck untergebracht. Beide Geschäfte werden im kommenden Jahr in dem dann neu entstandenen Haus wieder eröffnen. Einen Ersatzstandort hat die Bäckerei für die Zwischenzeit in der Türkeistraße gefunden. Der ebenfalls in der Bahnhofstraße ansässige Haus- und Gartenmarkt der Raiffeisen Waren GmbH zieht um auf ein Grundstück an der Südumgehung neben der Firma Baumgart. Hier wird er sein Angebot auf einer wesentlich größeren Verkaufsfläche als bisher präsentieren. Die Bauarbeiten für den neuen Gartenmarkt sollen ebenfalls in Kürze beginnen.
Auf dem Raiffeisengrundstück in der Bahnhofstraße wurde 1904 die Zentralmolkerei Altdorf gegründet, eine genossenschaftliche Einrichtung für Landwirte, die gemeinsam die von ihnen erzeugte Milch verwerten wollten. 1913 erweiterte die Genossenschaft die Altdorfer Molkerei und baute eine Lagerhalle an. In den Folgejahren kam ein Mühlenbetrieb hinzu, 1920 nahm man das Bankgeschäft als weiteren Geschäftsbereich in die Genossenschaft auf.

Mühle und Milchladen

40 Jahre später gab es auf dem Raiffeisengelände eine Mühle, das Molkereigebäude, ein Lagerhaus, einen Milchladen und eine Viehwaage. Die aus den 20er Jahren stammenden Gebäude wurden dann nach und nach abgerissen und durch die teilweise noch heute bestehende Bebauung ersetzt. Mitte der 60er Jahre entstand auch ein großes Getreidesilo, dessen Baukörper alle anderen Häuser in der Nachbarschaft überragt.
1978 baute die Raiffeisenbank eine geräumige Lagerhalle mit Verkaufsräumen in der Bahnhofstraße, 1988 dann eine Schüttguthalle neben dem Lagerhaus. 2015 begann man schließlich mit dem Rückbau: In diesem Jahr wurde das 1966 errichtete Werkstattgebäude abgebrochen. Jetzt fallen auch alle übrigen Gebäude auf dem Raiffeisen-Areal den Baggerschaufeln der Firma Reithelshöfer zum Opfer. „Dies ist ein sehr geschichtsträchtiger Standort, der hat viel kommen und gehen sehen“, fasst Manfred Göhring zusammen.
Wenn die Abbrucharbeiten auf dem Gelände im Altdorfer Zentrum im März abgeschlossen sind, wird man zügig mit dem Neubau beginnen, am Anfang steht der Aushub der riesigen Baugrube, die Platz für die Tiefgarage mit 90 Stellplätzen bieten muss. Läuft alles nach Plan, dann könnten die neuen Gebäude in der Bahnhofstraße im dritten Quartal 2019 fertiggestellt werden.


Rund 4 000 Quadratmeter groß ist die Fläche an der Bahnhofstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus. Hier werden 25 Wohnungen und 1 200 Quadratmeter Gewerbeflächen entstehen. – Die beiden Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht, Walter Engelhardt und Manfred Göhring, auf der Rampe des Silos, wo die Landwirte bis vor einigen Jahren ihr Getreide anlieferten.
Die Kunden vertrauen der Raiffeisenbank so viel Geld an wie noch nie: 415 Millionen Euro.

Quelle:

Der Bote, März 2018

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