Mittelstandsstudie

Mittelstand im Mittelpunkt Herbst 2020

Herbst 2020: Geschäftslage hellt sich auf, doch Covid-19 belastet den Mittelstand weiterhin

Nachdem die mittelständischen Unternehmen in der Zeit des ersten Lockdowns ihre Geschäftslage wesentlich schlechter bewertet hatten als noch ein halbes Jahr zuvor, schätzten sie ihre aktuelle Lage nun wieder besser ein. Von einer Rückkehr zur Normalität kann aber noch nicht die Rede sein.

Die aktuelle Mittelstandsstudie der DZ BANK und des Bundesverbandes der Volksbanken Raiffeisenbanken (BVR) zeigt: Die Achterbahnfahrt setzt sich fort, wenn auch weniger turbulent als zu Beginn der Krise. Dennoch besteht auch weiterhin das Risiko negativer Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung vieler Unternehmen. Die gemeinsame Mittelstandsstudie setzt sich zusammen aus der VR Bilanzanalyse, einer Auswertung der Jahresabschlussdaten mittelständischer Firmenkunden, sowie der VR Mittelstandsumfrage unter 1.500 mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

Die Corona-Krise belastet die mittelständischen Unternehmen sehr. Immerhin fast zwei Drittel der Befragten machen sich Sorgen über die wirtschaftlichen Auswirkungen oder die wirtschaftlichen Nachwirkungen auf ihr Unternehmen.

Doch sie ist nicht die einzige und offenbar auch nicht die größte Herausforderung für den deutschen Mittelstand: Weiterhin nennen mittelständische Unternehmen die Bürokratie und den Fachkräftemangel als noch größere Herausforderung. 

In den Jahren vor der Corona-Krise zeichnete sich der deutsche Mittelstand durch einen kontinuierlichen Beschäftigungsaufbau aus. Neben der soliden wirtschaftlichen Entwicklung war der Hauptgrund dafür der Kampf gegen den Fachkräftemangel. Ein (nennenswerter) Beschäftigungsaufbau ist jedoch für immer weniger Unternehmen ein Thema.

Zwar planen immer noch gut 17 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen ihren Personalbestand zu erhöhen. Dem stehen aber mehr als 15 Prozent gegenüber, die einen Rückgang ihrer Beschäftigtenzahl erwarten. Das ist der höchste Wert seit der Finanzkrise.

Corona-Krise ist aber auch ein Weckruf in puncto Digitalisierung

Im gesamten Mittelstand gaben immerhin über 16 Prozent der Befragten an, dass die Corona-Krise ein Weckruf in Sachen Digitalisierung und Innovationen gewesen sei. So etablierten viele Unternehmen die Möglichkeit der Home-Office-Nutzung in kürzester Zeit, damit wegen der notwendigen Abstandsregeln nicht große Teile des Betriebs stillgelegt werden mussten.

Erfreulich ist zudem, dass für gut 31 Prozent der Befragten Digitalisierung und Innovation schon „seit geraumer Zeit das A und O“ sind. Bei den großen Mittelständlern mit mehr als 50 Mio. Euro Jahresumsatz stimmte sogar fast jeder zweite für diese Aussage.

Je nach Unternehmensgröße, Branchenzugehörigkeit oder Unternehmensausrichtung können ganz unterschiedliche Maßnahmen oder sogar ein ganzes Maßnahmenpaket notwendig sein, um das eigene Unternehmen wettbewerbsfähig für die Zukunft zu machen. 

Nicht nur die Unternehmen müssen fit für die Zukunft gemacht werden. Dies gilt vor allem auch für die Mitarbeiter, welche lernen müssen, mit den neuen Technologien umzugehen.

Aber lesen Sie selbst die Ergebnisse unseres 13. gemeinsamen Mittelstandsberichts von DZ BANK und BVR, der einmal mehr die Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft unterstreicht.

Quelle: www.mittelstandsstudie.de